Pessimismus zahlt sich aus – Wann schlechte Stimmung hilfreich ist

 

Pessimisten hat niemand gerne um sich. Das sind immer die, die in allem nur das Negative sehen. Bei Geld und Karriere kann es sich allerdings auszahlen, hin und wieder mal in schlechter Stimmung zu sein. Das gilt zumindest bis zu einem gewissen Grad, wie Forscher herausgefunden haben.

Viele Unternehmen wollen glückliche Mitarbeiter. Denn sind die Angestellten zufrieden, sind sie bei der Arbeit umso motivierter. Dabei kann ein gewisser Grad an Pessimismus die Leistung von Arbeitnehmern verbessern, wie mehrere Studien ergeben haben. Eine leicht pessimistische Sichtweise kann die realen äußeren Umstände deutlich besser darstellen und dementsprechend zu mehr Achtsamkeit führen.

Pessimisten verdienen mehr

Laut einer internationalen Studie von 2007 kann das sogar den Karriereerfolg beflügeln. An der in der Zeitschrift „Perspectives on Psychological Science“ veröffentlichten Untersuchung nahmen weltweit 118.519 Probanden teil. Es stellte sich heraus, dass Menschen, die sich als „glücklich“ bezeichneten, dazu neigten, mehr karrierefördernde Kontakte zu knüpfen. Solche, die sich als „weniger glücklich“ wahrnahmen, konnten allerdings höhere Gehälter und eine bessere Weiterbildung erzielen. Offensichtlich konzentrieren sich Menschen, die zu letztgenannter Kategorie zählen, stärker auf die Anforderungen ihrer Aufgaben.

Des Weiteren sorgt eine negative Stimmung für eine stärkere Wahrnehmung der Gefühlslage und Reaktionen anderer, wie ein 2011 an der Northeastern University der US-amerikanischen Stadt Boston durchgeführtes Experiment zeigte. Dabei schauten sich 50 Versuchspersonen zwei verschiedene Bilder durch ein Fernglas an. Auf einem war ein Gebäude zu sehen. Auf dem anderen ein menschliches Gesicht mit einem Lächeln, einem missmutigen oder neutralen Ausdruck. Teilnehmer in einer negativen Stimmung befassten sich länger mit dem Bild eines Gesichts – insbesondere, wenn es missmutig dreinblickte.

Weniger Risikobereitschaft wegen schlechter Laune

Selbst bei finanziellen Entscheidungen kann sich Pessimismus als die bessere Einstellung erweisen. In gleich zwei Experimenten konnte festgestellt werden, dass negative Gefühle davor bewahren können, riskante Wetten einzugehen. In den 2012 im Magazin „Journal of Behavioral Decision Making“ publizierten Versuchen wurden Wettspiele simuliert.

Dabei neigten „traurige“ Probanden eher dazu, logische und durchdachte Wetteinsätze zu tätigen – und zwar auch nach einer Serie von Verlusten. „Glückliche“ Spieler wechselten dagegen schneller zu einer riskanteren Strategie. Sie entschieden eher „aus dem Bauch heraus“.

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