Die Bauchentscheider – Wie Bakterien unser Verhalten steuern

Du bist, was du isst? Nein, sagt die Forschung! Denn die Bakterien in unserem Körper entscheiden offensichtlich mit, worauf wir Appetit haben. Das kann genau das sein, was die Mikroorganismen selbst dringend brauchen – und eben nicht wir selbst. Dagegen kann man jedoch etwas tun.

Wir haben es ja schon immer geahnt: Der Schoko-Muffin zu viel ist nicht unserer mangelnden Disziplin zuzuschreiben. In Wirklichkeit hat diese Entscheidung jemand anderes getroffen. Das ist in Zukunft keine Ausrede mehr.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Bakterien in unserem Körper – genauer gesagt: im Darm – einen stärkeren Einfluss auf unser Entscheidungsverhalten haben als bislang gedacht. Offensichtlich können die Mikroorganismen demnach Prozesse in unserem Gehirn tatsächlich so manipulieren, dass wir unsere Nährstoffzufuhr nach ihren Bedürfnissen ausrichten. Sprich: Das Stück Käsekuchen, für das wir uns später geschämt haben, war eine Sonderbestellung für die Bewohner unseres Darms.

Signale ans Gehirn

Zwar ist ein Zusammenhang zwischen Essverhalten und Bakterien im Körper schon länger bekannt. Das Ausmaß und die Mechanismen dahinter sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Laut einer Studie der University of California, San Francisco, setzen die Mikroorganismen dabei womöglich chemische Signale ein. Diese werden durch das Nervensystem direkt ins Gehirn geleitet.

Die Wissenschaftler rund um die Studienautoren Carlo Maley und Athena Aktipis vermuten, dass die Signale sowohl die Stimmung als auch den Appetit beeinflussen können. Ihre Theorie in Bezug auf den Zuckerkonsum klingt etwas beunruhigend.

Zuckerbrot und Peitsche

Sie gehen dabei von einer Zuckerbrot- und-Peitsche-Strategie der Bakterien aus. Bestimmte chemische Botenstoffe verursachen eine negative Stimmung bis wir zuckerhaltige Lebensmittel zu uns nehmen. Dann werden andere Stoffe ausgeschüttet, die uns für unser Verhalten mit guter Laune belohnen.

Allerdings können wir dagegen etwas tun. Nach Angaben der Forscher können wir die Fauna im Darm mit mikrobiotischen Nahrungsmitteln kontrollieren. Auch eine Ernährungsumstellung kann eine Veränderung der Bakterienpopulation im Körper begünstigen.

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