Euro Break-up Index April: Investoren erwarten „Grexit“

Wird Griechenland die Eurozone verlassen? Investoren gehen davon aus, wie jüngste Datenerhebungen zeigen. Eine Ausbreitung der Schuldenkrise auf andere Euroländer erwarten sie dagegen eher nicht.

Etwa die Hälfte der Investoren rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit dem Ausscheiden von mindestens einem Mitgliedstaat aus der Eurozone. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens sentix hervor. Demnach erhöhte sich der Euro Break-up Index (EBI) im April auf 49,0 Prozent von zuvor 36,8 Prozent. Dies entspreche einem Niveau wie zur Hochzeit der Eurokrise im Sommer 2012, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Treiber ist vor allem der kriselnde Eurostaat Griechenland. Dessen nationaler EBI stieg auf 48,3 Prozent von 35,5 Prozent im Vormonat. Offensichtlich rechnet fast die Hälfte der Investoren mit dem sogenannten „Grexit“, dem Austritt Athens aus der europäischen Gemeinschaftswährung.

Interessanterweise fürchten die Anleger jedoch kein Übergreifen der Schuldenkrise auf ein weiteres Euro-„Peripherieland“: Der Indikator zum Risiko einer Ausbreitung verringerte sich auf 26,1 Prozent – dem niedrigsten Stand seit Einführung des EBI im Juni 2012. Nach Angaben von sentix werde der Fall Griechenlands momentan sehr stark als isoliertes Phänomen wahrgenommen.

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