Neuauflage von Robert Shillers „Irrational Exuberance“

 

Das Buch „Irrational Exuberance“ von Robert Shiller gilt seit nunmehr 15 Jahren als Klassiker im Bereich Behavioral Finance/Economics. Die Neuauflage bezieht sich auf die derzeitigen Geschehnisse an den Finanzmärkten, die dem Wirtschaftsprofessor erneut beunruhigen. Nicht zuletzt aufgrund der Zusätze und Erweiterungen lohnt sich ein Blick in die aktuelle Ausgabe.

US-Starökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller hat Anfang des Jahres die dritte Auflage seines Bestsellers „Irrational Exuberance“ veröffentlicht. Darin geht es unter anderem um die Blasenbildung an verschiedenen Finanzmärkten. Er beschäftigt sich vor allem mit den psychologischen Prozessen, denen Investoren bei ihren Entscheidungen ausgesetzt sind.

Wie bereits in der zweiten Edition hat Shiller ein zusätzliches Kapitel eingefügt – diesmal geht es um den US-Anleihenmarkt. Kurz vorm Platzen der US-Immobilienblase machte sich der Yale-Professor in der 2005er Ausgabe Sorgen um den US-amerikanischen Häusermarkt. Allgemein gilt er als einer der führenden Experten in diesem Bereich. Zusammen mit dem Ökonomen Karl Case hat er den Case-Shiller Home Price Index entwickelt, der monatlich den Häusermarkt widerspiegelt.

Nun bereitet Shiller also der US-Bondmarkt Kummer. Im neuen Kapitel „The Bond Market in Historical Perspective“ warnt er vor einer irrationalen Entwicklung dieses Bereichs. Gegenüber dem Wirtschaftssender CNBC erklärte er dazu, dass die derzeitige Geldpolitik der internationalen Notenbanken nicht allein für die niedrigen Anleihe-Renditen verantwortlich sei. Es gehe dabei um „unsere Investmentmöglichkeiten und unsere Ängste und unsere Kultur“, so der Ökonom.

Shiller definiert Spekulationsblasen an Finanzmärkten als sozialpsychologische Phänomene, die nur schwer zu kontrollieren seien. Er denke, es sei eine riskante Zeit, um langfristig in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren, sagte er im CNBC-Interview.

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